Technologischer Fortschritt und digitaler Wandel machen vor keiner Branche Halt. Sich auf das neue Tempo einzustellen ist in den letzten fünfundzwanzig Jahren zu einem entscheidenden strategischen Erfordernis geworden. Der Innovationszyklus, der so viele Branchen verändert hat, folgt einem inzwischen vertrauten Weg – Innovation, Umbruch, Anpassung und neues Wachstum.

Dieser Artikel ist auch als Gastbeitrag bei Intelligent Insurer erschienen.

Für die Versicherungsbranche bietet sich jetzt die Gelegenheit, die teuren ersten Anpassungsschritte der digitalen Transformation zu überspringen. Bewährte Methoden und ausgereifte Unternehmens-Werkzeuge für den Umgang mit der digitalen Welt stehen mittlerweile zur Verfügung.

Ein außergewöhnliches Beispiel ist aYo aus Südafrika – ein Unternehmen, dessen Erfolg beweist, wie wichtig es ist, über den Tellerrand hinauszublicken. Dass aYo seine Wurzeln in einer Telekommunikationsgesellschaft hat (MTN), mag bei manch einem Versicherer Zweifel aufkommen lassen, ob sich das Modell überhaupt auf bestehende Versicherungsgesellschaften übertragen lässt. Aber bei diesem Erfolg geht es weniger um den Ursprung in Telekommunikation und Technologie, sondern vielmehr um die Bereitstellung technologischer Werkzeuge – in diesem Fall sind es solide E-Commerce-Strukturen –, um Kunden einen neuen Service über bestehende Kanäle zu verkaufen. aYo bietet Nutzern und Abonnenten von MTN Mobile Money, einem Mobile-Banking-Angebot, Produkte für Krankenhaus- und Lebensversicherung. Zur Anmeldung tippen Benutzer einen USSD-Code ein, und die Prämien werden in Form von Gesprächszeit oder „Mobile Money“ abgerechnet. Der Dienst wird derzeit in sechs afrikanischen Ländern angeboten und wächst weiter. Etwa drei Jahre nach seiner Einführung haben sich fast zehn Millionen Versicherungsnehmer angemeldet – bei minimalen Transaktionskosten. Versicherung über das Mobiltelefon gilt derzeit als effizienteste Möglichkeit, um den afrikanischen Markt zu erreichen.
Dahinter steckt eine Technologie- und Vertriebsplattform, die im Handumdrehen skaliert werden kann und – im Gegensatz zum herkömmlichen Kernsystem von Versicherungen – wie eine moderne E-Commerce-Suite funktioniert.

Die technologischen Werkzeuge, auf die Unternehmen wie aYo zurückgreifen, haben einige wesentliche Merkmale gemeinsam, die sie von herkömmlichen Kernsystemen unterscheiden. Sie alle können mit Kunden und Vertriebskanälen auf direktem Weg in Echtzeit Daten austauschen und stehen rund um die Uhr zur Verfügung. Dies durch Modernisierung der alten Kernsysteme zu erreichen wirdwohl kaum genügen. Nur solche Unternehmen, die die verfügbaren neuen Technologien umfassend nutzen, haben eine Chance, den Kampf um Neu- und Bestandskunden zu gewinnen. Verbraucher bevorzugen heutzutage schnelle, ständig verfügbare Angebote und legen weniger Wert auf Markenversprechen, die online nicht erfahrbar sind.

E-Commerce erfordert erstklassige Prozesse im Frontend- und Backend-Bereich, die bei Produkten und Prozessen ein breites Spektrum an Konfigurationsmöglichkeiten sowie eine schlanke und skalierbare Plattform für die rein digitalen Ende-zu-Ende-Vertriebs- und Serviceprozesse bieten. In der Versicherungsbranche erscheinen solche Ansprüche immer noch futuristisch. Andere Bereiche dagegen setzen seit Langem auf leistungsfähige Shopsysteme mit genau den Funktionen, die nötig sind, um den Vorstellungen der Kunden zu entsprechen. Qualität und Reaktionsschnelligkeit des Kundenservice stehen im Mittelpunkt aller Maßnahmen. Die im Rahmen des Wandels der Versicherungswirtschaft führenden Anbieter setzen bereits die Art von Werkzeugen ein, mit denen die weltgrößten Unternehmen Lösungen für Ihre Vertriebskanäle bereitstellen.

Bei sum.cumo, die Tochtergesellschaft von Sapiens, setzen wir auf die E-Commerce-DNA unserer Gründer. Wir wissen, wie man erstklassigen digitalen Kundenservice entwickelt – und wir haben darauf basierend Lösungen für die konkreten Bedürfnisse der Versicherungswirtschaft geschaffen. Die Versicherungsplattform von sum.cumo bietet die besten Funktionen des sich wandelnden E-Commerce und strukturiert sie in Werkzeuge, die eigens für Wachstum und Skalierung in der Versicherungswirtschaft entwickelt wurden.

Unsere Werkzeuge und Lösungen sind aktuell auf verschiedene Organisationsmodelle abgestimmt (wie etwa Insurtechs, Corporate-Start-ups, sich wandelnde traditionelle Versicherer). Aber wir unterstützen unsere Partner auch bei maßgeschneiderten Lösungen, die der jeweiligen Situation im Unternehmen gerecht werden. Jede Plattform von sum.cumo verfolgt das gleiche zentrale Ziel:

Transparente und schnelle Ende-zu-Ende-Prozesse in allen Vertriebs- und Service-Angeboten, die den Kunden in den Mittelpunkt stellen.

SCIP, die sum.cumo Insurance Platform besteht aus drei getrennten Schichten, die den Bedürfnissen aller denkbaren digitalen Geschäftsmodelle in der Versicherungswelt optimal gerecht werden.

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  • SCIP Sales ist eine auf das Versicherungsgeschäft zugeschnittene E-Commerce-Suite. Sie umfasst Marketing-Tools für optimale Kundenbindung und -interaktion, Internetseiten und Formulare – alles von unübertroffener Qualität mit strukturierten Funktionen, die versicherungsspezifischen Bedürfnissen entsprechen.
  • SCIP Core ist ein schlankes und hochleistungsfähiges Kernsystem, das auf Anhieb die Produkte und Geschäftsabläufe aus dem Bereich Kompositversicherungen unterstützt.
  • API Layer für die Verbindung zu einer breiten Palette an Ökosystem-Partnern, ermöglicht gleichzeitig Kommunikation sowie Datenaustausch mit bestehenden unternehmensinternen Systemen – damit bleibt alles ständig auf dem aktuellen Stand, für das Unternehmen und für den Kunden.

Wir haben SCIP zu einer Zeit ganz neu entwickelt, als die Technologie endlich in der Lage war, die vom Versicherungsmarkt benötigten E-Commerce-Prozesse zu unterstützen. Und auch die nötigen regulatorischen sowie sicherheitstechnischen Herausforderungen konnten gelöst werden.

Der modulare Aufbau von SCIP ermöglicht den Versicherungsgesellschaften die Bereitstellung vorkonfigurierter Module, während gleichzeitig alle Möglichkeiten für individuelle Benutzer-Frontends und Prozesse bestehen, mit denen sie gegenüber anderen Anbietern einen Wettbewerbsvorsprung erzielen. So lassen sich bewährte Methoden sofort effektiv nutzen und mittelfristig bleibt genügend Spielraum für die Entwicklung der eigenen DNA.

Vorreiter wie nexible und freeyou konnten mit SCIP bereits ein sehr gut Geschäftsmodell aufbauen und haben bewiesen, dass die Technologie marktreif ist.

Die Erfahrungen aus den frühen Erfolgen haben wir in eine verbesserte Plattform einfließen lassen, sodass weitere Geschäftsmodelle die Vorteile einer modernen E-Commerce-Lösung nutzen können, ohne erst die bestehende Kerninfrastruktur austauschen zu müssen. Unternehmen wie die Bayerische zeigen, wie es geht. Gemeinsam haben wir ein starkes Online-Geschäft etabliert, das mit den traditionellen Vertriebskanälen Hand in Hand geht und bei der Entwicklung der Kernstrukturen auf das exzellente Know-how des bestehenden IT-Teams zurückgreift. Unsere Lösungen ermöglichen eine schnellere Markteinführung und bieten attraktive und stabile Wege zur Nutzung der zukünftig dominierenden Kundenkanäle.

SCIP bietet auf jeder Stufe der Integration einen deutlichen Mehrwert, wobei die Grundlage sichere Open-Source-Technologien bilden, mit denen unsere Kunden nach und nach immer unabhängiger werden können.

Dennoch bleiben die meisten unserer Kunden Teil der sum.cumo-Community, sind an der weiteren Entwicklung der Plattform beteiligt und profitieren von dem umfassenden Know-how, das andere Unternehmen mit einbringen. Technologie IST Veränderung, und wir unterstützen Kunden dabei, auf dem Markt den entscheidenden Vorsprung zu behalten.

Unternehmen mit dem Anspruch, in der digitalen Welt erfolgreich zu sein, können diese Plattform als Grundlage für ihr Geschäftsmodell nutzen. Es ist die einzigartige Gelegenheit, sich auf die Entwicklung cleverer Ideen zu konzentrieren und sich nicht fragen zu müssen, ob die IT-Plattform das eigene Geschäftsmodell auch künftig unterstützen wird.